Nachdem sich die Kirchen und auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in früheren Jahren weitgehend aus der schulischen Bildung zurückgezogen hatten, starten sie seit einigen Jahren neue Bildungsinitiativen. Modelle schulischer Ausbildung in freier, auch in kirchlicher Trägerschaft, wie sie nun ansatzweise wieder eingeübt werden (Laubach-Freienseen, Michelstadt-Weitengesäß, Bad Marienberg…) sind dringend notwendig, um Leben und Wettbewerb in die schulische Landschaft zu bringen. Bildung ist nicht allein Wissensvermittlung, sondern vor allem Anleitung, wie man die Welt besteht und Herzensbildung.
Das Land steht vor der Herausforderung, Innovationen auf verschiedenen Gebieten zu wagen, so auch bei der Bildung. Abitur in acht oder neun Jahren – Festschreibungen für alle sind hier sicherlich nicht ratsam. Bei den Schulabschlüssen kommt es weniger auf das Tempo der Bildung an, sondern auf Herzensbildung. Schülerinnen und Schüler halten das selbst für einen wichtigen Teil ihrer Schulzeit. Hier hat die evangelische Kirche einen wesentlichen Anteil zu leisten, weil sie in einer Gesellschaft, die sich mit guten Gründen weitgehend dem Subsidiaritätsprinzip verschreibt, selbst Teil des Bildungssystems ist.